Arnold Ehret, dem großen deutschen Fasten- und Rohkostpionier gewidmet, der schon vor 100 Jahren den Naturweg erkannte!


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Wa Ausgabe 30
Foto: Simone Rode

Simone Rode
Diagnose:Multiple Sklerose
Dann las ich „Wandmaker“

Dass ich nun hier sitze und schreibe, hätte ich vor ein paar Monaten wirklich nicht gedacht. Überhaupt hat sich mein ganzes Leben innerhalb von wenigen Wochen verändert.
Mitte Juni diesen Jahres fuhr ich mit meinem damaligen Freund zum Essen in eine andere Stadt, um diese auch zu besichtigen. Wir hatten an diesem Samstag viel Spaß und aßen Pfannkuchen, die sehr schmackhaft waren. Abends, als wir zurück in meine Wohnung kamen und uns ein bisschen ausgeruht hatten, war ich in der Küche beschäftigt, als mir plötzlich und völlig unerwartet schlecht wurde. Es trat Schwindel ein. Ich setzte mich zu meinem Freund aufs Sofa, um dem Magen etwas Ruhe zu gönnen. In der Nacht erbrach ich dann mehrmals. Ich dachte zunächst, ich hätte die Pfannkuchen nicht vertragen und ging von einer Magen-Darm-Infektion aus. Mein Hausarzt kam sofort und ich wurde von ihm gegen diese Symptome behandelt.

Die Magen-Darm-Grippe stellte sich aber als Fehlinterpretation heraus. Nach drei Tagen ging es meinem Magen gut, aber aufstehen konnte ich nicht, da der Schwindel enorm war. Dazu bekam ich bei jeder Bewegung migräneartige Kopfschmerzen. Am vierten Tag holten meine Freundin und mein Partner wieder den Hausarzt, der mich bereits am Sonntag wegen des Magens behandelt hatte. Dieser ordnete sofort die Einlieferung in das nächstgelegene Krankenhaus mit Neurologieabteilung an. Den Tag darauf wurden mit Hilfe des Kernspintomographen Bilder meines Gehirns gemacht. Danach entnahm man Nervenwasser aus dem Rücken. Die Tage waren der Horror für mich, weil ich keine Diagnose oder ähnliches bekam, obwohl, wie sich später herausstellte, bereits alle zumindest ahnten, um welche Krankheit es sich bei mir handelte.

Mir ging es immer schlechter. Nun konnte ich plötzlich so extrem hören, dass ein Rascheln im Zimmer mich schon völlig aus der Fassung brachte und ich mir die Ohren zuhielt. Zwei Tage später bekam ich Cortison in höchstmöglicher Dosis als Infusion verabreicht. Noch immer aber fehlte die Diagnose. Kurz und gut, nach einer Woche konnte ich aufgrund von Vermutungen meiner Familie, die Material über die Krankheitssymptome gesammelt hatte, davon ausgehen, dass ich M.S. (Multiple Sklerose) habe. Meine Annahme wurde durch den Arzt wenige Stunden später bestätigt.

Was andere wie einen Hammer trifft, machte mich trotzig und wütend. Ich sollte mit knapp 23 Jahren schon unheilbar krank sein? Ich sollte nicht die Möglichkeit haben Journalistin zu werden oder mein Jurastudium fortzusetzen, wie ich das vor hatte? Nein, das wollte ich nicht glauben. Aber zuerst musste ich mich von den 3 Wochen des Liegens erholen und fuhr dazu zu meiner Familie, die mich rührend umsorgte. Ohne sie hätte ich den tatsächlich noch folgenden Hammerschlag nicht überstanden. Nach über einjähriger Beziehung trennte sich mein Freund von mir, gerade in dem Moment als es mir am schlechtesten ging, nämlich als die Neben- und Nachwirkungen des Cortisons und der ganzen anderen Chemikalien meinem Magen erneut zusetzten. Ich sackte völlig zusammen. Körperlich war ich ein Wrack. Nichts Ess- oder Trinkbares blieb mehr im Körper. Ich erholte mich nur sehr mühsam und nahm 8 kg ab. Laufen konnte ich nur mit Krücken. Selbst zum Essen öffnete ich nicht die Augen, nur wenn es nicht mehr anders ging.

Foto: Simone Rode

Nach einer Woche des Fütterns und Leidens fing ich wieder an zu kämpfen. Ich versuchte mich aufzusetzen und die Augen länger offen zu halten. Die Neben- und Nachwirkungen des Cortisons und der anderen Mittel erschwerten diesen Prozess.

Nach vier Tagen begann ich zu lesen. Zufällig hatten meine Eltern das Buch von Herrn Wandmaker: „Willst du gesund sein? Vergiss den Kochtopf!“ im Wohnzimmer liegen. Zuerst stöberte ich nur darin. Später konnte ich es abends nicht abwarten, wann es endlich morgen würde, damit ich weiterlesen könne. Ich las und las und las... und wusste am Ende 100%-ig, dass ich nicht mehr anders leben wollte, dass dieses Buch mein neues Leben einläuten würde.
Und so kam es auch. Ich schreibe nun den 4. Monat meiner Ernährungsumstellung. Inzwischen weiß ich, dass ich bereits seit meinem 12. Lebensjahr M.S. habe, was aber nie vorher entdeckt wurde. Ich habe viel Kontakt zu anderen Erkrankten aufgenommen und sehe, dass ich für viele eine Art seelische Unterstützung aber auch Reibungspunkt bin. Manchmal werde ich als naiv oder sogar oberflächlich bezeichnet, wie ich mit meiner Krankheit umgehe, dass ich nicht genügend Vitamine einnehmen und dass ich mir den nächsten Schub selbst einbrocken würde. Aber all das sehe ich ganz anders. Es ist soo vieles schon so geworden, wie Herr Wandmaker es vorausgesagt hat. Nach nur 2 Monaten, nachdem ich aus dem Krankenhaus entlassen worden war, habe ich den 10-km-Walking-Kurs über den Ostwestfalendamm in Bielefeld in - für mich - einer Traumzeit von 1h 45Min. bestritten. Angemeldet hatte ich mich schon Monate vor der Krankheit, nun wollte ich mir den Triumph nicht entgehen lassen.

Einige ,,Essgewohnheitsrückfalle“ musste ich schon hinnehmen, aber nun bin ich wieder frei von gerösteten und gesalzenen Cashewkernen. Ich habe dem Verlangen nachgegeben, und das war gut so, denn nur so kann ich erfahren, wie herrlich ein Tag mit 1-2 kg Weintrauben oder Ähnlichem sein kann. Zudem finde ich es absolut herrlich den ganzen Tag nicht eine einzige Ermüdungserscheinung aufgrund des Essens zu verspüren, einen tiefen und gesunden Schlaf zu haben, sowie mein Idealgewicht von 56 kg nicht mehr krampfhaft halten zu müssen. Der Abstieg dorthin war wohl etwas schnell und ungesund, aber ich hatte die Möglichkeit, und vielleicht war es die einzige in meinem Leben, alles zu ändern, was geändert werden musste und was ich ändern wollte.
Und das habe ich getan. Ein anderes Leben, mit Haxe, Sauerkraut und Schokolade, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Und wenn mich doch die Sucht einmal packt, so stelle ich mich genau vor das süchtig machende und sage mir: „ Das kennst du schon, das brauchst du nicht zu probieren. Die Zeit für so was ist vorbei!“ Ich glaube nicht, dass es einfach ist, mit solchen Gewohnheiten und Süchten zu brechen, zumal ich nebenbei noch in einem Supermarkt arbeite und mich ab und zu die blanke Wut packt, wenn ich die dicken, aufgeschwemmten Menschen sehe. Aber ich denke, dass das Leben sehr viel lebenswerter ist, wenn man sich um die wesentlichen Dinge kümmern kann und sich nicht um seine Figur oder das nächste Mittagessen bemühen muss.

Dass ich diesen Weg eingeschlagen habe, verdanke ich nicht zuletzt Ihnen, Herr Wandmaker, und Ihren Büchern, sowie meiner Familie, der ich für ewig dankbar sein werde und meinem neuen Partner, der mich unterstützt, meine Lebensweise akzeptiert und immer für mich da ist.

Vielen Dank für alles!



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Nicht was wir erleben,
sondern wie wir empfinden,
was wir erleben,
macht unser Schicksal aus.
(M. v. Ebner-Eschenbach)

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