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Das Märchen vom Poli-Virus |
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Ausgabe 34
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Das
Märchen vom
Polio-Virus
(Teil 3)
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Der
Endokrinologe Morton Biskind brachte es auf den Punkt: Die
Ausbreitung von Kinderlähmung nach dem zweiten Weltkrieg
wurde verursacht „durch die umfassendste Massenvergiftung
der Menschheitsgeschichte“. Das muss sich einer mal vorstellen:
Mehr als 3 Milliarden Pfund Pestizide wurden damals in den
USA überall verteilt. Und wie immer, so wurde auch dieser
Pestizidwahnsinn der ersten Welt in die armen Länder exportiert.
Natürlich dauerte es nicht lange, und schon ereignete
sich die erste Polio-Epidemie in den Tropen, genau auf den
Philippinen, und zwar zeitgleich mit der Einführung von
dem Insektizid DDT in diesem Land. Gen Ende des Zweiten Weltkrieges
hatten die US-Truppen in den Philippinen täglich Massen
an DDT versprüht, um Fliegen den Garaus zu machen. Nur
zwei Jahre später berichtete das bekannte Journal of the
Americam Medical Associaton, dass Kinderlähmung die meisten
der dort auf den Philippinen stationierten Soldaten hingerafft
hatte (nur die Kampfhandlungen selber waren für noch mehr
Tote verantwortlich). Die Leute aus den benachbarten Gegenden,
in denen das Gift nicht versprüht worden war, hatten hingegen
keine Probleme mit Kinderlähmung.
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DDT-Anzeige im Time-Magazine 1946
http://www.geocities.com/harpub/overview.htm
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Junge Leute kennen DDT kaum noch. Es steht für Dichlordiphenyltrichlorethan
und ist ein Insektizid, das ab Anfang 1940 Jahre massiv zur Schädlingsbekämpfung
eingesetzt wurde. Schon damals hatten Forscher belegt, dass es sich
um ein schweres Nervengift handelt. Doch DDT wurde erst 30 Jahre später
in den USA und in den meisten anderen Ländern der reichen Nordhalbkugel
in den frühen 70ern geächtet; seine Verwendung ist heute
in großen Teilen der Welt – darunter auch Deutschland – verboten.
DDT zählt zu den zwölf als „dirty dozen“ bekannten
organischen Giftstoffe. Diese wurden durch die Stockholmer Konvention
vom 22. Mai 2001 weltweit verboten. Problematisch ist DDT, weil es
in der Natur nur langsam abgebaut wird. Halbwertszeit: 10 bis 20 Jahre.
Außerdem kann es sich über die Nahrungskette im Fettgewebe
von Mensch und Tier anreichern. Erstmals synthetisiert (hergestellt)
wurde DDT Ende des 19. Jahrhunderts, genau 1874, und zwar von dem österreichischen
Chemiker Othmar Zeidler. Die Insekten vernichtende Wirkung wurde allerdings
erst 1939 von dem Schweizer Paul Hermann Müller entdeckt, der
hierfür 1948 den Nobelpreis in Medizin erhielt.
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Die
industrielle Produktion begann Anfang der 40er Jahre. DDT
wurde zuerst zur Malariabekämpfung eingesetzt, später
verwendete man es als „Allzweckmittel“ gegen allerlei
Arten von Insekten. Es gab auch eine militärische Anwendung
von DDT. Rekruten der US-Armee wurden zum Schutz vor Läusen
mit DDT eingepudert und erhielten zusätzlich DDT-Imprägnierte
Hemden. Als der Weltkrieg vorbei war, wurden die DDT-Bestände
an die Wirtschaft verkauft. Wie gesagt, schon in den Anfangszeiten
der Massenanwendung wurde stark vor der Giftigkeit von DDT
gewarnt. 1944 zum Beispiel zeigte die amerikanische Gesundheitsbehörde
höchst persönlich auf, dass DDT denselben Teil des
Rückenmarks schädigt, der auch bei der Kinderlähmung
defekt ist.
Der
gute Dr. Biskind kam mit seinen Forschungsarbeiten zum selben
Ergebnis: „Die Läsionen ähneln den Verletzungen,
die bei Versuchstieren mit Symptomen menschlicher Kinderlähmung
vorliegen. Und trotz der Tatsache, dass DDT ein hochtoxisches
Gift für alle Arten von Tieren ist, hat sich in der breiten
Bevölkerung der Mythos ausgebreitet, dass es harmlos ist,
selbst in den höchsten Dosen. Nicht nur wird es in den
Haushalten mit einer sorglosen Hemmungslosigkeit benutzt, dass
es sogar vorkommt, das die DDT-Sprays und
-Ärosole vielerorts inhaliert werden; und auch ließ man
es einfach zu, dass Haut, Betten und Textilien kontaminiert
wurden.“
Neben
DDT wurde in den USA auch das vielfach giftigere DDE angewendet.
Beide Toxine waren dafür bekannt, die Blut-Hirn-Schranke,
die das Gehirn vor Giften schützt, zu durchbrechen. Dennoch
wurden Hausfrauen gerade dazu angehalten, die Gifte zu versprühen,
um Kinderlähmungserkrankungen vorzubeugen. Sogar die Tapeten
der Kinderzimmer wurden, bevor man sie an die Wand klebte,
in DDT getränkt.
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Was
aus heutiger Sicht wie die totale Verblendung erscheint, war
damals freilich nicht
nur in den USA alltägliche Praxis. Nach 1945 wurde DDT-Puder
zum Beispiel in Deutschland zur Bekämpfung einer typhusübertragenden
Läuseart angewendet. Und in der Folgezeit wurde DDT überall
als Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft, dem Obst- und Gemüsebau
eingesetzt. Dabei löste DDT nach und nach seinen Vorgänger
Lead Arsenate als Pestizid ab.
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Sogar
die armen und unschuldigen Kühe wurden mit den Giften traktiert. Sie wurden
damit eingerieben, man streute es in ihr Futter und sogar in ihren
Wassertrog. Und überhaupt waren mal wieder die Tiere am ärmsten
dran. Da es in allen westlichen Nationen in der Nachkriegszeit Poliofälle
gab, wurde überall fieberhaft nach Impfstoffen geforscht. Das
Virus wurde in Hühnereiern gezüchtet und passierte dann
Rattengehirne. Doch bis man herausfand, welche Tierart zur Züchtung
des Poliovirus geeignet war, dauerte es. Und so nahm der Tierqualwahnsinn
seinen Lauf. Unzählige Tiere wie Mäuse, Meerschweinchen,
Kaninchen, Katzen oder Hunde mussten ihr Leben lassen, nur weil
die Menschen nicht kapierten (und heute noch nicht kapieren), dass
Krankheit
durch Intoxikation entsteht. Und bei Polio spielten ganz offensichtlich
landwirtschaftliche Gifte, sprich Pestizide, eine entscheidende
Rolle.
Doch anstatt der geldgierigen Landwirtschaft und Pestizid-Industrie
Einhalt zu gebieten, ging man auf die Schwächsten los: die Tiere.
Und dann auch noch auf Rhesusaffen, die ja unsere nächsten
Verwandten sind. Doch wenn es um die Jagd nach Mikroben geht,
sind dem Menschen
verwandtschaftliche Beziehungen vollkommen schnuppe.
Und so gelang es den US-Wissenschaftler Enders und Weller – jedenfalls
behaupteten sie das –, den Poliovirus auf Affennieren zu züchten.
Klingt äußerst unwissenschaftlich, ist aber von den Mächtigen
der Welt anerkannte Forschung. Nun, dies führte dazu, dass in
Indien ungezählte Rhesusaffen eingefangen und in die USA transportiert
wurden, wo sie ein alptraumhaftes Dasein in den so genannten Primatencentern
fristen mussten (wenn sie nicht schon auf dem Transportweg umkamen).
Sie
wurden in Einzelkäfige eingesperrt, was für die sehr
sozial orientierten Rhesusaffen eine besondere Qual darstellte. Dann
wurden ihnen die Nieren für Forschungszwecke einfach herausoperiert.
Dies ist kein Grusel-Science-Fiction, sondern, wie gesagt, anerkannteste
Forschung! Und schließlich nahm die Jagd auf die Affen derartige
Ausmaße an, dass Indien die Ausfuhr von Rhesusaffen 1995 untersagte.
Doch die Industrie war in ihrer Geldgier clever. Die US-Impfstoffproduzenten
wandten sich entlegeneren Gegenden zu, wo die Behörden nicht
funktionieren oder leicht bestechlich sind, und bezogen die Affen
einfach aus dem indischen Hinterland. Kann ja ohnehin keiner kontrollieren.
Und die Menschheit, verblendet wie sie ist, dachte ja nur: Die
Forscher wollen nur unser Bestes!
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Dabei
ist die ganze Erregertheorie des reine Blödsinn oder zumindest unbewiesen.
Beruht die Theorie doch eben nur auf diesen jahrzehntelangen grausamen
Tierversuchen (vor allem mit Affen) unter völlig unnatürlichen
Laborbedingungen. Auf diese Weise versuchte man alles, um polioähnliche
Symptome zu erzeugen und damit die Übertragbarkeit der Krankheit
zu „beweisen“. Wer weiß, was die Affen wirklich
so alles injiziert bekamen, woran sie also wirklicht kaputt gingen
und Lähmungen bekamen. Wer hat den Forschern über die Schultern
geschaut? Und Kontrollgruppen, mit denen man die Laborbedingungen
als tatsächliche Ursache der experimentellen Symptome hätte
ausschließen können, hält man bis heute nicht für
nötig. Mitte der 1950er
Jahre wurde die schädigende Wirkung von
DDT auch durch großes Vogelsterben bekannt. Im Jahre 1963
veröffentlichte die amerikanische Biologin Rachel Carson ihr
Buch Silent Spring, in dem sie einen „stillen Frühling“ aufgrund
dieses Vogelsterbens prognostizierte. Es dauerte acht Jahre, bis
das amerikanische Umweltministerium schließlich eine Anhörung über
DDT abhielt. Es kam dann zu DDT-Verboten:
1972: Verbot der Ausbringung (außer in Notständen zur
Krankheitsbekämpfung) in den USA
1972: Verbot der Ausbringung in der Bundesrepublik Deutschland
1978: Produktionsverbot in der Bundesrepublik Deutschland
Fortsetzung
im nächsten Heft
Literatur:
Gerhard Buchwald: „Impfen – Das Geschäft mit der
Angst“, Knaur, 1997
Janine Roberts: „Polio: der Virus und der Impfstoff“
Jim West: „Pesticides and Polio“
(siehe www.geocities.com/harpub/overview.htm)
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